Migrationsland Schweiz im Gespräch

Migration

Ein- und Auswanderung haben die Schweiz seit jeher entscheidend geprägt. Trotzdem fehlt dem Land das Selbstverständnis, als Ort der Mobilität und des Austausches über Grenzen hinweg. Auf der Suche nach einer gemeinsamen Vision für das Migrationsland Schweiz, führt foraus seit 2015 einen landesweiten, inklusiven Dialog. Das Destillat dieses Prozesses liegt nun als NZZ Libro Publikation «NEULAND: Schweizer Migrationspolitik im 21. Jahrhundert» vor.

PoliTisch – das foraus-Format für den schweizweiten Migrationsdialog

Die Idee ist simpel: Bei einem Abendessen diskutieren EntscheidungsträgerInnen unterschiedlicher Gesellschaftsbereiche, politischer Ausrichtung und Herkunft, Thesen und Politikvorschläge für das Migrationsland Schweiz. In der vertraulichen Atmosphäre, am heimischen Tisch eines Gastgebers oder einer Gastgeberin, werden Brücken geschlagen und Visionen jenseits der Tagespolitik geschaffen. An rund 40 PoliTischen, haben bereits über 450 TeilnehmerInnen ihre Stimme eingebracht. Anonyme Protokolle führen diese Gespräche zu einem einzigen, schweizweiten Dialog zusammen. Die positive Resonanz hat foraus dazu bewegt, das Format an die Öffentlichkeit zu bringen. Schliesslich steht in jedem Haus ein Tisch! Auf einer neuen Webseite können sich Interessierte informieren und als GastgeberIn, OrganisatorIn oder ModeratorIn direkt engagieren. Präge den Migrationsdiskurs und mach mit!

Die neue Vision fürs Migrationsland Schweiz: NEULAND

Das Projektbuch NEULAND enthält die gesammelten Erfahrungen und Ideen aus zweijähriger Think Tank-Arbeit mit wissenschaftlicher Recherche, PoliTisch-Gesprächen, einem Online-Ideenwettbewerb und weiteren partizipativen Formaten. Basierend auf dem aktuellen Forschungsstand, werden die Chancen und Potenziale der Migration für die Schweiz ausgelotet und konkrete Ideen für die Migrationspolitik entwickelt. Die Publikation liefert eine kritische Auseinandersetzung mit dem gegenwärtigen Migrationsdiskurs und bietet ein neues Narrativ der Migration – nicht als ein zu lösendes Problem, sondern als selbstverständlicher Teil unserer gesellschaftlichen Realität. Diese immer noch ungewohnte Erzählung hat entsprechend skeptische Rezensionen hervorgebracht: Für die NZZ handelt es sich um ‘Migrationsoptimismus’, für das Schweizer Radio um ‘eine Streitschrift’. Dies zeigt, dass die AutorInnen ihrer Vordenker-Rolle gerecht werden und neue Perspektiven in den Schweizer Migrationsdiskurs einbringen.

Going public: NEULAND tritt vors grosse Publikum

Am 13. Mai 2017, wurde NEULAND zum ersten Mal der Öffentlichkeit präsentiert: Die Stapferhaus-Ausstellung «HEIMAT: Eine Grenzerfahrung», verlieh der Vernissage einen passenden Rahmen. Auf dem Programm standen ein spannendes Panel, Diskussions-«Runden» auf dem Riesenrad und ein Ausstellungsrundgang. Mit unseren Partnern aus Parlament, Administration und Medien, feierten wir gleich nochmal am 31. Mai 2017, im Raiffeisen Forum Bern. 10 Thesen in 10 Minuten, ein hochkarätiges Panel und eine Feedback-Runde mit digitaler Technologie, sorgten für einen dichten und inspirierenden Abend. Beide Events boten zudem die Möglichkeit, das Publikum bei der Gestaltung des Migrationsdialogs miteinzubeziehen. Daraus entstanden sind drei Menüs, welche wir mit Freude an den nächsten PoliTischen servieren werden.

Théoda Woeffray (23), ist Praktikantin Migration auf der foraus Geschäftsstelle in Zürich.

Jonas Nakonz (32), ist Projektleiter Migration und Mitglied der Geschäftsleitung von foraus.

Philipp Lutz (27), leitet das Programm Migration bei foraus und ist Herausgeber der Publikation NEULAND.

Bild oben: Riesenraddiskussion am 13. Mai 2017 in der Stapferhaus Ausstellung “Heimat” in Lenzburg

Bild Mitte: Booklaunch am 31. Mai 2017 im Raiffeisen Forum in Bern. © Raiffeisen Forum 2017, Béatrice Devènes

Bilder unten: Menüs PoliTisch